Vindö 40 Teakdeck Erneuerung

Rumpf, Deck, Aufbau, Luken und Fenster Holz, Kunststoff, Metall

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Vindö 40 Teakdeck Erneuerung

Beitrag von jayaet » Mittwoch 14. November 2012, 14:20

Moin Vindö Freunde,
Ich habe das Teakdeck auf unser Vindö 40 im Frühling erneuert, den Aufbau abgebeitzt und auch repariert dabei. Holz für das Deck bekam ich vom Sommerfeld+Thiele und direkt ab Werk nach Griechenland, per DHL ausliefern gelassen. Hat super geklappt, da das Holz schon eine Woche vor mir ungeschädigt dort angekommen ist. Geplant war 7 Wochen für die Arbeit... leider weit gefällt! Tatsächlich habe ich dafür 10 wochen gebraucht mit Hilfe meiner Frau, die für die letzte 3 Wochen auch dabei war und u.A. die Lackierarbeit und Antifouling gemacht hat. Wir haben die Erneuerung vom Teakholz auf dem Aufbau auf nächstes Jahr verschoben. Irgendwann wollten wir segeln gehen! Ich habe mich für die moderne Befestigungsmethode entschieden und alles zu verkleben d.h. auf Schrauben zu versichten. 8mm Teakleisten sind auf 5mm Sperrholz verlegt, damit kommt mann auf die ursprungliche Stärke von 13mm. Es war wirklich eine Menge Arbeit aber hat sich sehr gelohnt. Auch die typische Vindö Leckstellen an der Aufbau/Plichtwand Verbindung sind entgültig dicht und das Boot sieht fast wie neu aus. Ich freue mich schon auf nächsten Frühling um den Rest zu machen. Ich weiss (glaube zu wissen?) diesmal zumindest was auf mich zukommt. Unten ist ein Link zur Fotos vom Projekt - Bilder können es viel besser erzählen!

Schöne Winde
John


https://plus.google.com/photos/11549104 ... ulyMOsmYNd
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TomM
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Beitrag von TomM » Mittwoch 14. November 2012, 14:41

Bild

Moin John,

ich hab einfach mal gezeigt wie man die Bilder direkt im Forum anzeigen kann.

Klicke einfach auf "Zitieren" und fülle die Bilder ein.

Der link zu google+ sieht dann so aus:

Code: Alles auswählen

[img]https://lh3.googleusercontent.com/-xnAVtPNLTKs/UKOEMSUJW8I/AAAAAAAAAWo/a26R3hAp-b8/s898/deck+plan+T1.jpg[/img]
Du mußt das nicht alles eintippen, einfach google+ aufrufen, das bild anzeigen lassen und rechte Maustaste auf "Eigenschaften" gehen. Den link mit der rechten Maustaste kopieren und im Forum einfügen. Dann den link im Forum koplett markieren und den Knopf "Img" drücken, fertig.

Tolle Arbeit übrigens, ist ja nahezu Award verdächtig.
so long -> Tom

Wissen ist Macht - Macht nichts
(Heinz Erhardt)

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Danke

Beitrag von jayaet » Mittwoch 14. November 2012, 15:11

Hallo Tom,
danke dir. Als Award reicht schon ein Gin+Tonic.

Grüße
John

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Beitrag von vindoede » Mittwoch 14. November 2012, 22:37

Whow,
super Arbeit.
Das verlangt doch nach einer genaueren Beschreibung für diejenigen die sich da auch noch heranwagen wollen.

Womit hast Du geklebt?

An Nautilus mache ich z.Zt. eine ähnliche Überholung.
Ich mache das aber mehr im Sinne einer Restauration und verwende das alte Holz wieder. (nach dem Hobeln sind durchschnittlich 8mm verblieben)
Auf dem Kajütdach habe ich 4mm Sperrholz verklebt und belege das mit den alten Hölzern.(Habe ich mir bei Anders abgeguckt)
Allerdings ist das eine elende Fummelarbeit die alten Stäbe zu erhalten und wieder einzubauen.
Ich verwende zum Kleben Epoxy.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Beitrag von jayaet » Donnerstag 15. November 2012, 16:43

Sperrholz/GFK ist mit Sika 280i verklebt und Teak/Sperrholz mit Soudal P40 D4. Du kannst auch Sika für Alles nehmen. Für mich war es nur eine Kosten und Verarbeitungs-Frage den PU Holzleim zu nehmen. Ich habe recht gute Erfahrung mit PU über die Jahre gemacht. Ein muss nur ist die D4 Spezifikation - Seewasserfest etc. Ich habe z.B. in 2007 die abgenutzte obere Fläche von der ganze Scheuerleiste mit 10mm Teakleisten übergedeckt und mit PU verklebt... Alles noch bomben fest. Durch ein Landsmann von mir (Englishman) bin ich dadrauf gekommen, da er in 1995 ein Paar Holzreparaturen für mich unternommen hat und ein schweitzes Produkt namens Balitan für's verleimen verwendete. Balitan ist auch ein hochwertiges PU Holzleim und auch diese Reparaturen sind immer noch fest und dicht. Soudal 40 ist leider nicht so leicht erhältlich da er, wegen seiner Umweltgiftklassifizierung, nur für den professionellen Verbrauch (in Deutschland) zugelassen ist. Bison und UHU (oder Ponal) bieten vergleichbare Produkte an (D4 Spec. aber in Gensatz zur Soudal Lösemittel frei). Das UHU Produkt habe ich ab und zu mal sogar im Bauhaus gesehen und gekauft, ist aber mehrfach teuerer als Soudal. Auch der teuerster PU Leim ist wiederum deutlich günstiger als Sika 280 aber ungeeignet für die Verklebung von Holz auf GFK. Deshalb habe ich mich für die Kombination entschieden.

Greetings aus Heidelbeg
John

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Beitrag von Goodewind » Donnerstag 15. November 2012, 20:36

Moin John,

saubere Arbeit und verdammt schnell. :daumen: Ich mache gerade ähnliches - allerdings an einer 30-iger und mit dem alten Holz - dafür aber Kajütdach, Aufbau und Laufdeck in einem Zuge. Ich habe oben angefangen. Kajütdach ist fertig - Aufbau ist komplett abgezogen, gebeizt und lackiert ! 10 neue Fenster sind drin ! Nun nur noch schnell die aufgearbeiteten Teakstäbe aufs Deck und schon bin ich fertig :mrgreen: :mrgreen:

Ich arbeite allerdings schon deutlich länger dran als Du, da ich immer nur an den Wochenenden zum Boot fahre.

Für´s Kajütdach wünsche ich Dir viel Erfolg !

@ vindede

auf dem Laufdeck gehen die Leisten wesentlich besser ab - ich konnte dort alle erhalten ! Also nicht verzagen.

Gruß Jörg

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Beitrag von vindoede » Freitag 16. November 2012, 07:38

Goodewind hat geschrieben:Moin John,

...........

@ vindede

auf dem Laufdeck gehen die Leisten wesentlich besser ab - ich konnte dort alle erhalten ! Also nicht verzagen.

Gruß Jörg

V 30 Sundevit
Stimmt - das ging im Verhältnis zum Kajütdach ruck zuck.
Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Beitrag von Jogi » Montag 26. November 2012, 16:23

vindoede hat geschrieben:
Womit hast Du geklebt?

An Nautilus mache ich z.Zt. eine ähnliche Überholung.
Ich mache das aber mehr im Sinne einer Restauration und verwende das alte Holz wieder. (nach dem Hobeln sind durchschnittlich 8mm verblieben)
Auf dem Kajütdach habe ich 4mm Sperrholz verklebt und belege das mit den alten Hölzern.(Habe ich mir bei Anders abgeguckt)
Allerdings ist das eine elende Fummelarbeit die alten Stäbe zu erhalten und wieder einzubauen.
Ich verwende zum Kleben Epoxy.
So ähnlich hatte ich das ja auch gemacht, nur waren nicht alle Teakstäbe zu erhalten und da Sperrholz darunter mußte bei unserem Schiff vollständig ersetzt werden. Das Verkleben habe ich, nach dem Hobeln, mit Sika (das aus den Beuteln) gemacht, aber vollflächig! und ist nach 15 Jahren immer noch gut, nur einige Proppen haben sich wieder gelöst (mit Epoxy).
Jogi

SY Lille Ø Vindö 50SL
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Beitrag von Thettis » Mittwoch 12. Dezember 2012, 00:22

Hallo John,

saubere Arbeit!
Mich würde mal interessieren wie Du die Ausschnitte in der Kajüte vorgenommen hast (z.B. die Pflickstelle unter dem Fenster auf dem Foto).
Es sieht alles sehr sauber und passend aus.

Schön, dass das Boot wieder so strahlt.
Ich hoffe ihr habt viel Freude damit.

VG
Christian
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Beitrag von jayaet » Sonntag 3. Februar 2013, 12:50

Hallo Christian,
sorry es lange gedauert hat! Ich habe die Bereiche zum ausbessern mit einem Teppichmesser und Stahllineal ausmarkiert und mit einem Holzbeitel ausgeklopft. Du solltest nicht ganz, beim ausklopfen, an die Umrisslinie herangehen (bis auf 1mm oder ein bisschen weniger) - sonst machst du die schöne gerade Linie kaputt. Wenn du alles, bis auf die gewünschte Tiefe, ausgeklopft hast, kannst du den Umriss fertig schneiden. Es ist sehr wichtig, dass du nur ganz dünne Späne machst und beim letzten Schnitt den Beitel genau in die Umrisslinie rein stechst. Alle Schneidewerkzeuge müssen rasierscharf sein. Das Füllstück habe ich grob zugesägt und mit einer Schleifscheibe genau angepasst (Bohrer-Zusatz vom Wolfkraft - siehe Fotos von Deckerneuerung. Du stellst die Arbeitsplatte vom Schleifgerät so ein, dass es das Einsatzstück nach hintern etwas kleiner schleift (leicht keilförmig - aber nicht mehr als 1mm!) damit hast du mehr als nur eine Chance das Einsatzstück ans Loch anzupassen. Lass das Stück ein bisschen höher (1-2mm) als der Ausschnitt und klebe es dann ein. Nach dem Auskurieren, kannst du das Ganze bündig abschleifen etc. Bei Furnier ist es die gleiche Prozedere, allerdings muss du beim Anpassen vorsichtiger sein - einmal zu viel weggeschliffen.....kannst du mit einem neuen Stück wieder von vorne anfangen! Auch nicht auf die die genaue Tiefe vom Furnier gehen! lass bis ca 0,5mm Furnier oben drüber stehen - zum Abschleiffen/Anpassen nach dem Auskurieren. Viel Erfolg!

Grüße
John

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Beitrag von Mats » Montag 4. Februar 2013, 01:04

Hallo John, wirklich eine schöne Arbeit! Interessant fand ich besonders die Idee die Ausbesserungshölzer fürs Mahagoni zum Leimen anzutackern. Das ist wirklich wesentlich einfacher als von außen irgendwelche Stüzen zu basteln. Wie hast du die kleinen Löcher wieder verschlossen und haben die Stege der Klammern keine Abdrücke hinterlassen?

Gruß

Mats

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Beitrag von jayaet » Montag 4. Februar 2013, 13:11

Moin Mats,
die war eine learning by doing Geschichte. Ich habe auch mit andrücken und ganz aufwändige Methoden angefangen aber schnell gemerkt, dass es einfache gehen muss - sonst dauert es eine Ewigkeit! Da der Federdruck vom Tackergerät einstellbar ist, ist es möglich die Abdrücke auf ein Minimum zu halten. Trotzdem gibt es doch leichte Abdrücke, die sich wiederum ganz leicht wegschmirgeln lassen. Die Löcher sind so winzig, dass die Überlackierung reicht schon aus um die abzudichten. Wenn du genau hinschaust, kannst du kleine Punkte noch sehen aber wenn du es nicht weißt, siehst du sie nicht. So was guckst du bei Windstärke 8 auch nicht an! (Zitat vom alten Kumpel von mir - finde ich manchmal sehr nutzvoll)

Grüße
John

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Beitrag von vindoede » Dienstag 5. Februar 2013, 00:11

Mats hat geschrieben:Hallo John, wirklich eine schöne Arbeit! Interessant fand ich besonders die Idee die Ausbesserungshölzer fürs Mahagoni zum Leimen anzutackern. Das ist wirklich wesentlich einfacher als von außen irgendwelche Stüzen zu basteln. Wie hast du die kleinen Löcher wieder verschlossen und haben die Stege der Klammern keine Abdrücke hinterlassen?

Gruß

Mats
Die Profis schiessen die Klammern durch einen Gurt und reissen nach dem Aushärten den ganzen Kram einfach ab.
Bei kleineren Stellen nimmt man auch Plastikchips. Das ist aber fummelig.
Die Löcher - so wie John es beschrieben hat.
Gruss aus Flensburg
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Beitrag von jayaet » Donnerstag 7. Februar 2013, 16:33

Tolle Idee - now why didn't I think of that?!

Grüße
John

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