Wartungsaufwand Vindö

Vindö, was sonst?

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Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von dasFell » Montag 10. Februar 2020, 09:59

Liebes Vindö-Forum,

ich habe mich ein bisschen in Euren Bootstyp verguckt. Konkret könnte ich mir eine Vindö 32 oder 40 vorstellen. Mein Problem ist, dass ich Schwierigkeiten habe für mich selbst zu beurteilen, ob ich den Pflege-Anforderungen angemessen gewachsen bin. Ich habe zwar Bekannte mit eigenen Booten, die haben aber immer komplette Plaste-Boote. Wenn ich da von meiner Idee erzähle, werde ich gleich für unzurechnungsfähig erklärt. biggrin

Was ich suche ist ein Austausch zum Thema welcher Aufwand bei einem normal gepflegten Boot in der Wartung (für das Holz) getrieben werden muss. Ich würde davon ausgehen, dass ich zu den normalen Arbeiten am Rumpf zusätzlich den Aufbau jählich anschleifen und zwei mal überlackieren muss. Zusätzlich ist natürlich auch das Teakdeck pflegeanfällig (Abdichtung und Nachpropfen). Vielleicht kann ja auch jemand von Erfahrungen im Vergleich reines GFK-Boot zu einer Vindö berichten.

Viele Grüße aus Hamburg
Lars

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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von TomM » Montag 10. Februar 2020, 11:11

Moin Lars,
so dramatisch ist das nicht mit der Wartung. Eigner von Plastebooten machen sich das Leben schon bei der jährlichen Reinigung und Konservierung unnötig schwer. Du wächst mit Deinen Aufgaben, zu beginn hatte ich auch keine Ahnung von allem und jedem, Jahr für Jahr wurde es mehr. Solange man kein zwei linken Hände hat kann man alles lernen. Nur eines gleich zu Beginn, lass Dich nicht auf eine "Leiche" ein, kaputtes, rottes Holz, aufgegangene Verleimungen sind für den Anfänger ein no go. Ein undichtes Dach oder Deck ist eine Herausforderung. Kleine Stellen kann jeder ausbessern. Es gibt genug wirklich tolle Schiffe im Angebot, manchmal auch hier. In Flensburg steht eine V50 zum Verkauf, die ist bestens gepflegt.
so long -> Tom

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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von dasFell » Montag 10. Februar 2020, 20:55

Hallo Tom,

vielen Dank für Deine Antwort. Das es keine "Leiche" werden darf, stand schon vorher bei mir fest. Die von Dir genannte V50 wird vermutlich eine Nummer zu groß sein. Ich habe die Anforderung, dass ich durchaus auch alleine in der Lage sein möchte das Boot zu bewegen.
Aufquellende Verleimungen erkennt man an Unförmigkeiten (z.B. an der oberen Kante des Aufbaus oder an der Plicht), oder? Gibt es hier besondere neuralgische Punkte an einer Vindö?

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TomM
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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von TomM » Montag 10. Februar 2020, 22:58

Die neuralgischen Punkte bei der V32 sind vor allen die Süllkanten (Rückenlehnen) der Plicht, die Schiebelukgarage, das vordere Cockpitluk und die Rundung des Cockpitsüll zum Aufbau. Überall, wo Du dunkle stellen siehst sollte der Eigner Auskunft geben können. Die aufgehenden Verleimungen sind vor allem am Schnitt der vorderen Rundung vom Kajütaufbau.

Die V50 ist genauso gut Einhand zu segeln wie eine V40 oder V32. Die, die ich meinte ist eine Sloop, also ein einmastiges Schiff. Wobei ich auch keine Angst vor einer Ketsch hätte. Vindö hat durchgehend einfache Riggs, einzig beim Anlegen können sie "problematisch" sein. Da ist es aber egal ob es eine 32er, oder eine 50er ist.
so long -> Tom

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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von Uli Löbe » Donnerstag 13. Februar 2020, 17:13

Hallo Lars!

Grundsätzlich hat Tom mit dem, was er schreibt, Recht!

Wir haben eine Vindö 50 (Sloop). Man kann sie „einhand“ segeln ... ohne jedwede Probleme! Das ist sicherlich nur eine Frage der Übung!

Die „neuralgischen Stellen, die Tom Dir schildert, kennen wir so auch, jedoch nur zum Teil, weil wir ein Mittelcockpit haben.

Und es kommt sodann immer darauf an, wie gut Du Dein Schiff „in Schuss“ halten willst!

„Teakdeckpflege“ geht ganz einfach: Ein paar Pützen mit Ostseewasser und RODALON (= dänischer Haushaltsreiniger, ... überall in Dänemark 🇩🇰 erhältlich) über das Deck geschwappt, ... fertig! Kein grünes Moos oder grüne Algen ... einfach nur nichts!

Ergebnis: Wunderbar schönes Teakdeck! Dem Voreigner unserer ZENOBIA sei Dank! Er ist Schreiner, Zimmerer und war auch immer im Holzbootbau tätig.

Doch beim Vindö-Treffen in Ærøskøbing an Pfingsten vor zwei Jahren habe ich das erste Mal von der Existenz der sogenannten „Vindö-Einheit“ gehört. Auf meine Nachfrage, was das denn sei, erntete ich fast ein wenig Mitleid als hiervon ganz offensichtlich noch nicht Geplagter. :-)

Ich erfuhr sodann, dass eine „Vindö-Einheit“ jedwede Reparatur ist, die ab EUR 5.000 aufwärts kostet! 🙃

Wir wollten ganz bewusst kein „Plasteboot“ (= Joghurtbecher). Unser Schiff ist auch gewisslich keine „Leiche“. Doch das Baujahr 1973 macht sie zu einem Oldtimer.

Und: Wir (Judith und ich) lieben unser Schiff! Mich hat es geschlagene fünf Jahre gekostet, sie zu finden!

Und ... wenn das schon soo viel Zeit gekostet hat, ist das jede „Vindö-Einheit“ wert!

Auf See, im Hafen, ... immer und überall sagt ZENOBIA uns hierfür „DANKE EUCH!“

Liebe Grüße an Dich!

Uli

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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von kubik » Freitag 14. Februar 2020, 12:39

Moin Lars, gern kannst du bei einmal vorbeisehen, Kaffee ist vorhanden. Das Boot --V32-- steht noch hoch und trocken. Sende PN mit Tel Nr.

Gruß von der Elbe

Jürgen

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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von dasFell » Sonntag 16. Februar 2020, 12:03

Hallo Uli,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich glaube es ist ein nicht unwichtiger Faktor die Menge der "Vindö-Einheiten" bei einem Gebrauchtboot-Kauf vorab abschätzen zu können. Größere Reparaturen würde ich als Neuling natürlich erstmal versuchen zu vermeiden.

Viele Grüße
Lars

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Re: Wartungsaufwand Vindö

Beitrag von Heidjer » Freitag 7. August 2020, 15:38

Moin Lars,
bist Du zwischenzeitlich schon Eigner geworden. Ich habe mich mit dem Thema Anfang des Jahres befasst, entweder V 40 oder V 32. Die Auswahl habe ich damit gestartet, anzuschauen, im Forum und auf Homepage von Fachleuten zu schauen. Die Vielzahl an Meinungen und auch die Checklisten waren anfänglich hilfreich, um dann den eigenen Weg zu gehen.
Meine erste Frage war, passt das Boot zu mir. Fühle ich mich auf Anhieb als Segler und auch sonst wohl. Das hat bei dem Typ geholfen. V 40 oder größer schön, V 32 für meine Zwecke sehr schön. Genug Stehhöhe, läuft gut auch bei mehr Wind, passt in jeden Hafen bei dem Tiefgang. Ich wollte ursprünglich Segeln, nicht viel Technik, geht kaputt und kostet. Also Pinne, Langkieler kann man auch mal gut Trimmen und alleine Laufen lassen. So hat jeder seine Vorlieben.
Wenn’s passt, über Besichtigungen, tiefer einsteigen. Erste Besichtigung dauert lange weil unerfahren, dann wird’s besser, weil schnell klar wird was in jedem Fall iO sein muss, sonst Punktabzug. Gebraucht ist eben nicht neu.
Nicht Segelfertig ist Verhandlungssache. Mein Voreigner war top. Haben Motor zusammen gewartet und notwendige Teile, Tauwerk ausgetauscht, weil wir Spaß an der Sache hatten.
Dazu noch, wie hier im Forum dankenswerter Weise auch, Erklärung wie was gemacht wurde, um im System zu bleiben.
Und für mich ganz wichtig, Handbücher Manuels lesen um zu sehen ob’s alleine geht.
Ich hab dann erst mal alle Macken aufgeschrieben, danach nach Wichtigkeit geordnet, was muss sofort um sicher Segeln zu können, was hat Zeit fürs Winterlager oder später. Da wurde der anfängliche Berg kleiner, überschaubar wie die Einkaufsliste.
Und die Vielzahl an Aufgaben macht Spaß, Freude weiß funktioniert und schön sauber ist und glänzt. Na ja, jeder hat wohl so seine Marotte.
Mach’s ruhig, wenn nicht jetzt wann dann.. das haben mir viele geraten. War mir aber auch vorher schon klar.
Eine schöne Freiheit...
Auf zu neuen Ufern. Wir treffen uns dann, bin oft in HH
Jörg

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