Vielleicht gehöre ich bald dazu.........?

Vindö, was sonst?

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Vielleicht gehöre ich bald dazu.........?

Beitrag von live.ww » Donnerstag 11. September 2014, 17:06

Hallo Vindö-Segler,

ich habe mich heute hier angemeldet, weil ich solche Foren sehr schätze, wenn man Informationen und Hilfe von den Fachleuten sucht. Und bei Schiffen sind das doch sicher die Eigner selbst.

Dummerweise wohne ich weit von jeglichem Meer entfernt und so habe ich bisher, allerdings auch aus anderen Verpflichtungen, nicht geschafft, ein eigenes Schiff anzuschaffen. Diese Verpflichtungen sind jetzt zu Ende, ich könnte mir zusätzliche Kosten erlauben, aber ich bin auch schon knappe 60 und sage mir nun, dass die langjährige Nachdenkerei aufhören muss. Entweder ich kaufe mir ein Schiff für die Zeit nach der Arbeit oder ich lasse es und chartere, wenn ich will.

Tja, vielleicht liegt es auch an dem Alter, aber mir gefallen die aktuellen Boote nicht. Ich würde gerne einen richtigen Klassiker besitzen, aber der Aufwand würde mich schon aus Zeit- und Entfernungsgründen sicher überfordern.

Bei meinen Betrachtungen der Angebote stoße ich immer wieder auf Vindö und ich glaube, ich habe mich in diese Schiffe verguckt. Damit würde ich sehr viel von dem bekommen, was ich suche, hätte aber einen weniger anspruchsvollen Rumpf.

Meine bisherigen Kenntnisse, und das sind sicher nicht umfassende, habe ich vom Lesen und vergleichen überall, aber ich befürchte einfach, die wichtigsten Informationen noch nicht gefunden zu haben.

Mir gefällt eine Vindö 45 mit Seitenküche und damit echter Navi, aber es gibt sie auch in der klassischen Aufteilung. Welche Serienformen gab es und wie vergleicht bzw. findet man diese? Welche Gedanken gibt es aus Eurer Praxis dazu?

Welche wären die Punkte, die Vindö von anderen gebrauchten Schiffen unterscheiden, auf die man besonders achten muss, wenn man einem Schiff dann tatsächlich nähertritt?

Gibt es Experten für diese Schiffe, die man für eine Bewertung oder Besichtigung mitnehmen könnte. Vielleicht in dieser Runde?

Die jüngsten sind mindestens 30 Jahre alt. Kann man damit alt werden? Ist die Bedienung und sind die Segelführungen dafür geeignet? In Heiligenhafen gibt es ja jetzt zwei schöne Schiffe im Charter, das sollte ich vielleicht anschauen.

Gibt es Mitsegelmöglichkeiten bei Eignern, die vielleicht eine Hand brauchen?

Habt Ihr Tips für Links, die ich gesehen haben sollte?

Ja, und so weiter.........

Ich freue mich aufs Eintauchen......und auf Eure Nachrichten.
Beste Grüße
Wolfgang

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Beitrag von vindoede » Freitag 12. September 2014, 07:07

Go moje,

wenn man in Wilnsdorf wohnt, sind natürlich die niederländischen Gewässer das am schnellsten erreichbare Ziel zum Seesegeln. Auch in den Niederlanden gibt es eine grosse Vindö-Gemeinde. Die lesen und schreiben hier durchaus mit.

Eine Vindö bedeutet natürlich einen - gegenüber einem aktuellen Voll-GFK-Schiff - erhöhten Pflegeaufwand. Das muss man einfach wissen und entscheiden, ob man sich die Arbeit antun will oder ob man den Kostenaufwand treibt und es machen lässt.

Der Vindö-Markt bzw. der gesamte Gebrauchtbootmarkt ist z.Zt. ein Käufermarkt und die Preise sind leider immer noch im freien Fall.

Die V45 ist unter den Vindö-Yachten allerdings die wohl preisstabilste Version. Hier im Archiv findest Du schon einge Informationen über die 45er und wenn du mit der guten alten Tante G. suchst, (z.B. Vindonet, vindo nl, vindo dk) findest du viele Informationen. Zum Mitsegeln bist du für diese Saison natürlich recht spät dran. Die grösseren Törns sind bei den meisten gelaufen und viel bereiten sich schon langsam auf den Winter vor.

Jeder Vindö-Eigner wird eigentlich in kürzester Zeit Experte für das von ihm gesegelte Modell und du findest hier sicher viele Anregungen.

Kann man mit einer Vindö alt werden ? - Ich beantworte das mit JA.

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Gruss aus Flensburg
Heinrich

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Beitrag von live.ww » Freitag 12. September 2014, 08:57

Ge morrje......;)

das stimmt, aber das IJsselmeer ist nicht so wirklich meine erste Wahl. Ich beóbachte einige Angebote dort über boatshop24, aber ob das alle sind, weiß ich natürlich nicht.

Der Pflegeaufwand ist mir bewusst. Ich suche ja auch ein Schiff zum Segeln, Pflegen, beschäftigen, Ausgleich, Anspruch, .........Leben und Lieben. Darum schaue ich auch nicht bei den neuen. Natürlich würde mir auch eine HR gut gefallen, habe einige gesegelt und bewohnt. Aber das sprengt dann meinen finanziellen Rahmen. Ich bin handwerklich sehr versiert und kann mir helfen, habe einen Holzwurm als Freund, der nur darauf wartet, mit mir zum Boot fahren zu können. Und wenn etwas besonders anspruchsvoll sein sollte, kann ich noch überlegen, was ich machen lasse und was nicht.

Ich werde natürlich weiter lesen, vielen Dank für die Tips.

Mitsegeln war auch nicht auf diese Saison bezogen, die ist vorbei. Kann auch in der Zukunft sein.

Ich habe einige gepflegte Schiffe im Angebot gesehen und denke auch, dass sie meine Jahre noch begleiten können. Doch wird man sie auch in weiteren 20 Jahren noch verkaufen können? Kann man sie umrüsten auf einhand segeln? Vom Cockpit aus, wenn Sportlichkeit und Kraft nachlassen? Da sind die neuen natürlich im Vorteil.

Einstweile Danke und Nodda ! (Woher kennst Du das?)
Beste Grüße
Wolfgang

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Beitrag von windjob » Freitag 12. September 2014, 13:25

Also wir sind ja seit 10 Jahren mit unserer V50 MS hier im Mittelmeer unterwegs und ich unterhalte mich mit vielen Eignern von anderen Booten. Dass die Vindö soooo viel mehr Pflegeaufwand benötigt kann ich nicht unbedingt bestätigen. Ich sehe hier in der Marina auch die anderen Eigner regelmässig werkeln.

MuS

Klaus
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Beitrag von TomM » Freitag 12. September 2014, 17:02

So ist es, Klaus,

wenn das Schiff eine gute Substanz hat und man "bei bleibt" ist das alles überschaubar.

Bei den 45ern gibt es allerdings viele, naja, überholungsbedürftige Kandidaten. ich kenn nur wenige die wirklich in Schuss sind.

Einen Käufermarkt gibt es schon immer, am Ende entscheidet immer der Käufer ob er kauft oder nicht. Ich denke was Heinrich meint ist etwas anderes, es gibt derzeit viele Schiffe auf dem Markt weil viele mit der Segelei aufhören. Dazu kommt das Internet und wahnsinnig viele Experten die alle meinen sie würden über einen Gebrauchtwagen reden.

Schiffe werden normalerweise entweder besser oder vergammeln im Laufe ihres Lebens. Für ein gutes Schiff wird man immer einen guten Preis zahlen müssen, für Schrott eben nicht. Bei Vindö ist es halt so, wenn einer weiß was er will, dann sucht er gezielt, wenn einer nur mal eben ein Boot kaufen will ist er bei Vindö eh verkehrt - die letzteren sind der viel beschworene Käufermarkt.

Nach Serienvarianten, wie Du gefragt hast, wirst Du lange suchen, ich kenne keine zwei gleichen Vindö, jede hat ihre eigenen Eignerwünsche in sich verwirklicht.

Übrigens ist Niederlande nicht nur Ijsselmeer, Du kannst auch zu Oosterschelde und das gesamte Deltagebiet, dort ist es herrlich.
so long -> Tom

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Beitrag von hansenloewe » Sonntag 14. September 2014, 13:01

Hallo Wolfgang,

die, folgend von Heiner, aufgeführten Argumente kann ich so unterschreiben:
vindoede hat geschrieben:..............

Der Vindö-Markt bzw. der gesamte Gebrauchtbootmarkt ist z.Zt. ein Käufermarkt und die Preise sind leider immer noch im freien Fall.

..............
Jeder Vindö-Eigner wird eigentlich in kürzester Zeit Experte für das von ihm gesegelte Modell und du findest hier sicher viele Anregungen.

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Unsere Geschichte:

Vor drei Jahren eine, in der Substanz und allgemeinem Zustand, wirklich gute V40 gekauft.
Der erste Preisaufruf für dieses Schiff waren 46 K Euro, dann stand es 2 Jahre im Netz und wir haben sie schließlich für glatte 30.000 Euro mitgenommen.

Aber trotz des guten Zustandes ist in den 3 Jahren, in denen die Sitio jetzt uns gehört, ein guter 5-stelliger Betrag in das Schiff investiert worden.

Ob neue Sprayhood mit Kuchenbude, Elektrik fast komplett, neue Navigation, neues Vorsegel, zum Teil das Cockpit neu mit Teak belegt, Sanitärbereich, neue ST-Winschen und, und.....
das Ende ist noch nicht erreicht.

Aber dafür hat man als Gegenwert ein besonderes, stabiles und zeitloses Schiff mit dem man tatsächlich alt werden kann.

Ob alle Investitionen sich bei einem Verkauf auch nur annähernd im Preis wiederfinden, dass wage ich zu bezweifeln.
Aber wer kann schon in die Zukunft schauen :wink:
Gruß

Karsten
Boot: keine Vindö mehr - verkauft. Aber immer noch Interesse an den schönen Schwedinnen.

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Beitrag von windjob » Sonntag 14. September 2014, 14:07

Hallo Karsten,

vieles was Du hier erwähnst hat aber weniger mit dem Zustand des Schiffes zu tun. Du hast halt einige Deiner persönlichen Wünsche und Vorstellungen eingebracht. Dass Du diese Investitionen beim Verkauf nicht mehr bekommst ist sicher klar.

MuS

Klaus

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Beitrag von hansenloewe » Sonntag 14. September 2014, 14:36

Hallo Klaus,

das ist richtig.

Diese Investitionen hatten nichts mit der eigentlichen "Verkehrstüchtigkeiten" des Bootes zu tun.

Aber, wie es bei "Oldtimern" so ist - manches wird trotzdem erneuert und irgendwann hat man einen Zustand, der gleich oder vielleicht besser ist, als das eigentliche Auslieferungslevel....
Gruß

Karsten
Boot: keine Vindö mehr - verkauft. Aber immer noch Interesse an den schönen Schwedinnen.

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Beitrag von live.ww » Sonntag 14. September 2014, 17:57

Ja, das sind viele Gedanken, die mich auch beschäftigen. Um die Ausstattungsunterschiede darstellen zu können, müsste man viele Schiffe vergleichen und diese Unterschiede gegen den aufgerufenen Preis rechnen. Das kann wahrscheinlich nur ein Gutachter oder Sachverständiger.

Ich beschäftige mich gerade mit einer 50S, die hat ein komplett neues Rigg mit Rollgroß, neuen Segeln, ein renoviertes Cockpit. Habe sie noch nicht gesehen. Dies bewerte ich positiv, weil es dem Segeln mit kleiner Crew und (noch) unerfahrenen Partnerin entgegen kommt und ich mich um die Segel in den nächsten 5-8 Jahren nicht sorgen muss. Der Motor ist general überholt, das Unterwasserschiff ebenso, alle Seeventile neu. Worin könnte weiterer Investitionsbedarf bestehen? Wie gesagt, handwerklich traue ich mir sehr viel zu und suche das ja auch.

Worauf sollte man achten, wenn man eine Vindö aus den Siebzigern besichtigt?
Wie findet man einen Liegeplatz, wenn man den des Schiffes nicht übernehmen kann oder will? Kann man das irgendwo abrufen oder muss man alle Häfen durchtelefonieren?
Mit welchen Kosten rechnet Ihr pro Jahr für so ein Schiff bei einem Liegeplatz in der westlichen Ostsee?

Bei der von mir im Startbeitrag erwähnten 45er gefiel mir die Längsküche. Ich weiß zwar, dass eine U-Küche auf See besser ist, doch wenn man gerne zu zweit kocht, wie wir, erscheint mir das praktischer. Ist aber kein Muss. Doch frage ich mich, gibt es das auch bei 50ern?
Beste Grüße
Wolfgang

Mats
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Beitrag von Mats » Sonntag 14. September 2014, 19:20

Hallo Wolfgang,

hier ein paar Antworten:

Ich habe seit 2006 eine Vindö 50 MS Ketsch Bj. '73 und diese in den Jahren einmal durchrestauriert. Ich finde es hat sich gelohnt. In gutem Zustand sind die meisten Vindös wirklich Schönheiten, die auch noch gut Segeln. Mit etwas Geschick und Geschmack/Ideen kann man auch den Inneraum aus der Petroleumfunzelzeit in die LED-Zeit überführen und stellt damit die heutigen IKEA-Bootseinrichtungen locker in den Schatten. Eine Vindö in einem Zustand zu bekommen, bei dem man nur die jährliche Holzlackiererei und Antifouling erledigen muß und sich sonst ins gemachte Nest setzt, halte ich für schwierig. Die Verkäufer von Vindös verkaufen meist, weil sie einem Boot nicht oder nicht mehr gewachsen sind (z.B. Alter, Krankheit, oder gekauft und die eigenen Fähigkeiten überschätzt). D.h. es ist in der Regel die eine oder andere Baustelle noch abzuarbeiten. Die reingesteckten Moneten sieht man wahrscheinlich nicht wieder. Ein Boot ist halt ein Hobby und keine Kapitalanlage.
Die 50er, auch die 2-Master, sind ohne Umbau gut einhandtauglich, da sich alle Schoten im Armkreis um das Ruder befinden. Hier sind die schmaleren Rümpfe mit den schmaleren Cockpits den neuen XXL-Cockpits deutlich überlegen! Was man habe sollte, wenn man alleine fahren möchte ist ein guter Autopilot.

Die 50er gibt es auch mit Längspantry (habe ich). Dabei ist aber der Salon etwas kürzer. Dafür sind die Vorschiffskojen sehr geräumig. Investitionsbedarf: Nun im Laufe von 40 Jahren muß man eigentlich alles bei einem Boot (nicht nur bei Vindö) einmal anfassen, wenn es denn weiter hübsch aussehen soll. Bei meinem Boot war beim Kauf nur der Motor neu. Um den Rest habe ich mich gekümmert. Dafür weiß ich jetzt auch was ich habe. Aber wieviel Arbeit Du Dir mit 60 überhelfen möchtest, mußt Du entscheiden.

Gruß

Mats

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Beitrag von windjob » Sonntag 14. September 2014, 22:02

Wir haben auch die Längspantry und dies ist für eine 2 Mann Crew wie uns echt ein Vorteil. Ein weiterer grosser Vorteil ist die Menge an Stauraum die man sonst auf modernen Schiffen in der Form kaum noch findet. Als wir dieses Jahr von Bord an Land umgezogen sind mussten wir 3-4 Mal fahren um alles was sich in 10 Jahren angesammelt hat wieder von Bord zu bringen und noch ist nicht alles vom Schiff. Lackierarbeiten fallen hier im MM 2 mal im Jahr an wobei ich mit dem jetzt verwendeten wasserbasierten Lack sehr zufrieden bin. Unproblematisch, geruchlos und leicht zu verarbeiten. Hält der starken Sonne hier sehr gut Stand. Eine komplette Lackierung mit vorherigem abkleben dauert ca. 1,5-2 Tage.

MuS

Klaus

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Beitrag von TomM » Montag 15. September 2014, 00:42

Mats hat geschrieben: ...
Die Verkäufer von Vindös verkaufen meist, weil sie einem Boot nicht oder nicht mehr gewachsen sind (z.B. Alter, Krankheit, oder gekauft und die eigenen Fähigkeiten überschätzt). D.h. es ist in der Regel die eine oder andere Baustelle noch abzuarbeiten. Die reingesteckten Moneten sieht man wahrscheinlich nicht wieder. Ein Boot ist halt ein Hobby und keine Kapitalanlage.
...
Das ist eine gewagte Aussage, Mats.

Wir verkaufen unsere aus anderen Gründen, das soll es auch geben.

Ansonsten bleibe ich dabei, ein gutes Schiff erzielt gutes Geld, auch heute noch. Menschen, die nach Preis kaufen, kaufen keine Vindö und die, die zuerst nach "was ist Deine Schmerzgrenze..." Fragen, ohne je ein Schiff gesehen haben, kaufen eh niemals eine Vindö.

Diese Problematik haben alle eher hochpreisigen Schiffe, also auch Najad, HR, Comfortina und was noch alles. Das hat nichts mit Käufermarkt zu tun. Das hat damit zu tun, dass die meisten gar nicht wissen was sie wollen.

Etwas zu investieren ist halt Erhaltungsmaßnahme, persönliche Präferenzen sind halt auch persönliche Ansichten und Ausstattungen. Der eine mag es so, der andere anders. Ich mag keine Wohnwagenvorzelte als Kuchenbuden, andere können nicht ohne leben. So ist es eben unterschiedlich und am Ende gut so.

Um zum Anfang zurück zu kommen, ich würde mir die Substanz ansehen, Rott in der Besanstütze, Rott an den Rundungen, Schiebelukgarage, Luken, schwarzes Mahagoni, Sitzbankduchten, Cockpitschott, Gammel in jeder Form ist inakzeptabel außer man WILL basteln. Alles andere findet sich.

Der Rumpf sollte ohne grobe Blessuren sein und das Unterwasserschiff am besten neu aufgebaut sein, das ist Arbeit, das muss man wissen. Instrumente, Elektronik, Elektrik, das macht man eh im Laufe der Zeit neu.

Die Maschine ist gut wenn sie getauscht wurde, die alten MD7b, MD11, etc. da ist die Ersatzteilversorgung eine Frage der Zeit, die Die MD2020, 2030 sind noch ok die neueren D20, D30 und D40 sind erste Wahl aber (noch) selten in gebrauchten zu finden. Ein Riser oder tiefliegender Wassersammler ist bei ALLEN ausgetauschten Maschinen Pflicht. Von irgendwelchen Exoten Maschinen würde ich abstand nehmen, Volvo ist teuer, Perkins ist in Ordnung, Yanmar wie Volvo überall auf der Welt zu warten.

Das wichtigste, nicht von guter erster Optik blenden lassen, neuer Lack koset nichts und lässt jede Vindö erst mal toll aussehen. Was drunter ist sieht man dann im ersten Winter.
so long -> Tom

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Beitrag von Ludi » Montag 15. September 2014, 10:31

Moin Moin,

wir haben gerade eine Vindö 40 aus dem Jahr 1979 gekauft. Es sollte, bis wir auf einen Motorsegeler umsteigen in ca. 25 Jahren, zum alt werden reichen :mrgreen: :mrgreen:

Die Verkäufer hatte sich eine 45er aus dem Jahr 83 gekauft und ich konnte mir das Schmuckstück ausgebiebig ansehen. Aber ganz ehrlich: Ich möchte die 45er trotz ihrer unbeschreibliche schönen Linien und des großzügigen Salon nicht unbedingt haben, obwohl... :gruebel: :mrgreen:. Abgesehen davon das das Boot mir für Friesland zu viel Tiefgang hat. Alternativ kommt noch eine gut erhaltene 50er für mich eher in Frage.

Die Aufteilung unter Deck finde ich nicht optimal, sämtliche Kojen sind für mich mit 193 cm Körperlänge zu kurz, Detaillösungen wie z.B. die Türen die den WC-Raum vom Vorschiff und zum Salon abtrennen können sind nicht schön gemacht und passen nicht und vieles mehr. Ich habe den Eindruck, dass bei dieser Konstruktion bemerkbar wurde, das die Vindö-Werft finanziell am Ende war, nachdem Carl Andersson 1979 gestorben ist. Es wirkt einiges wie unter Kostendruck zusammengeschraubt. Aber vielleicht muss ich das Boot auch einfach nur mal segeln um diese kleinen Mängel als völlig unwichtig bei Seite zu wischen :gruebel: :sabbel: Zweifelsohne wunderbare Linien.

Ich glaube das die stärksten Jahre von Vindö die Zeit von 1970 bis zum Tod von Carl Andersson waren. In diese Zeit fallen insbesondere die Konstruktionen der 32er, der 40er und der 50er. :mrgreen:.

Ich hätte am liebsten eine 40er mit Pinne gehabt, aber das einzige Boot welches mit Pinne angeboten wurde, war in einem so desolaten Zustand, dass geschenkt noch zu teuer gewesen wäre.
Und damit kommt man m.E. zum eigentlichen "Problem" auf das man sich bei allen alten Vindös einlässt: der Pflegezustand insbesondere des Holzes.

Wir haben uns genau zwei V40 im Detail angesehen (plus den Pinnen-Trümmer in Lemmer von außen) :

Boot 1: alte Segel, alter Motor, altes Seafarer Echo, Logge ok, alte Funke, Bugstrahlruder sehr neu, Segelkleid kaputt, Fockpersenning total kaputt, tadeleloses Winterkleid inkl. genialer Konstruktion zur Mastauflage und das Sommerkleid hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Polster waren Original aber gut, Innenraum unverbastelt und pickobello sauber, kein Muff, Teakdeck ok, Aufbau in einem wirklich super Zustand, was dran tun muss man trotzdem.

Boot 2: Segel aus 2007, Motor aus 2010, Rigg aus 2010, Navi sehr gut, Plotter neu, Kühlschrank aus 2010 , Kuchenbude und Persenninge aus 2010. Das Boot klang runderneuert. Aber der Aufbau verlor großflächig seine Farbe lt. Rechnung 2010 neu lackiert), um alle Fenster war das Holz schwarz, es roch muffig, die Hundekoje war schimmelig, der Ankerkasten durchgebrochen ("bitte nicht drauf treten") und eine Deckenverstrebung gebrochen. Von oben war eine Welle im Aufbaudach deutlich zu erkennen ("ist bei allen V40 so"). Leider kann man keine Bilder hochladen.

Die Preise waren annähernd gleich, Boot 2 hätten wir noch weiter nach unten verhandeln können.

Jetzt rate welches Boot wir gekauft haben ;) Wir besitzen Boot 1 :yelclap: Btw. auch super nette Verkäufer und das der Kahn quasi im gleichen Hafen lag war auch noch ganz praktisch :grin:

:mrgreen: :daumen:

Ich hatte keinen Bock auf Baustelle, trotz aller guten Gimmicks. Die baue ich mir lieber selber ein .

Wie alle hier schon sagten: eine Vindö wird Arbeit machen und erfordert auch Investitionen, aber wenn man sich dran hält, hält sich alles in Grenzen. Ich weis das ich irgendwann einen neuen Motor brauche, ich weis auch das die Segel nicht ewig halten werden, aber das sind Investitionen die fast planbar sind. Das Schiff ist Einsatzbereit und segelklar, der andere Dampfer hätte in eine Werft gemusst.

Ich würde das Schiff jederzeit wieder kaufen :daumen:
Viele Grüße
Stephan

Auf dem Weg zur Ruhe die Nerven bewahren, Geduld lässt sich lernen und wir gewöhnen uns daran

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Beitrag von adrian » Montag 15. September 2014, 14:31

Moin,

dann haben wir nicht so viel verkehrt gemacht. Wir haben vor knapp 3 Jahren unsere 40er gekauft. Etwas preiswerter, als die von Karsten. Motor 15 Jahre alt, aber nur 600 h. Segel etwas jünger, aber kaum benutzt, also kein direkter Bedarf. Trotzdem haben wir natürlich noch 2000,. reingesteckt, Plotter, Westen dies und das. Letzten Winter mußte das Kajütendach neu verfugt werden und ist jetzt auch dicht.
Die Kajüte streicht immer meine Frau und ist damit immer schneller fertig als ich mit Rumpf polieren. Will sagen, sooo viel Aufwand ist das mit dem Holz nicht. Man muß nur am Ball bleiben, mal 2 Jahre nichts machen wird sich schnell rächen.
Ich habe übrigens eine mit Pinne und trotzdem ich noch nie eine mit Rad gesegelt bin, möchte ich sie nicht missen.
Adrian

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Beitrag von TomM » Montag 15. September 2014, 15:09

Ludi hat geschrieben: ...
Leider kann man keine Bilder hochladen.
...
Du lädst die Bilder einfach auf einen Webspace oder flickr oder 666kb.com und stellst sie hier als [IMG] link ein - fertig.

Ich hab keinen Bock hier ständig die Bilder kleiner zu machen weil mal wieder die volle Auflösung hochgeladen wurde...
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