Ruderspiel

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Wolfi
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Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Samstag 2. September 2023, 21:32

Hallo liebe Vindö- Gemeinde, nach 5 Monaten ist unsere V32 endlich im Wasser und belohnt uns für das Refit, das wir ihr spendiert haben. Alles funktioniert bestens, aber ich merke deutliches Spiel, wennn ich das Ruder ruckartig bewege. Ich las, dass dazu meist eine dicke Mutter nachgezogen werden muss um den Konus zu spannen. Wo liegt die Mutter und kann ich das im Wasser machen oder erst an Land?
Über einen Hinweis würde ich mich freuen, denn so traue ich mich nicht, das Boot bei etwas mehr Wind zu probieren.
LG Wolfi

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Re: Ruderspiel

Beitrag von Mats » Sonntag 3. September 2023, 14:01

Moin Wolfi, schlechte Nachrichten. An der Mutter kann man unter Wasser nicht wirklich arbeiten-außer sie ist ganz lose. Versuch macht da kluch. Aber das glaube ich nicht. In der Regel gibt es einen Grund für das Spiel der konische Welle im Ruderblatt. Das solltet du im Winterlager untersuchen. Es kann sich auch da Gegenstück der Welle im Ruderblatt gelöst haben oder die Feder hat Spiel in der Welle oder der Hülse. Im Forum gibt es ein paar Hinweise dazu. Die gute Nachricht: Man kann alles reparieren.
VG
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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Sonntag 3. September 2023, 20:15

Danke für die Einschätzung, Mats. Ruder und Welle wurden gerade neu gemacht, ich hoffe, dass da lediglich nicht ausreichend angezogen wurde. Ich werde deine Punkte im Winterlager prüfen.
Wenn ich stark und ruckartig am Ruder ziehe, beträgt das Spiel am inneren Rohr(wo die Pinne aufgesetzt ist) etwa 1 mm; am Ende der Pinne vllt 2-3 cm.
Haltet ihr das für tolerabel, um noch ein paar Meilen zu segeln oder habe ich dann auf einmal Leerlauf ?
LG Wolfi

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Re: Ruderspiel

Beitrag von TomM » Montag 4. September 2023, 15:46

Moin Wolfi,

so ein Problem hatten wir auch mal nach einer achteraus Grundberührung. Die Welle ist eine Edelstahlwelle mit Nut und Feder. Wenn die Nut "einen weg" hat bekommst Du das nicht mehr in den Griff ohne die Nut neu zu fräsen und eine dickeren Stein einzusetzen. Mit dem Anziehen der Mutter erhöhst Du lediglich die Friktion und damit das Gefühl es sein weniger geworden oder gar weg. Wenn Du noch segeln möchtest, dann lege so sanft wie möglich Ruder damit der Nutstein sich langsam anlegen kann. Also keine hektischen Manöver.
so long -> Tom

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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Montag 4. September 2023, 23:50

Hallo Tom, vielen Dank für die Einschätzung und deine präzise Beschreibung. Das deckt sich mit meiner Wahrnehmung, dass sich das Spiel nur bei hektischen Bewegungen zeigt, nicht aber bei sanftem Ruderlegen. Ich werde dann sanft weiterfahren und im Winter alles in Ruhe sichten. Der Nutstein wird ja hoffentlich dem Ruderdruck standhalten, wenn das Boot ein wenig Lage schiebt.
Das Super-Wochenende ist damit gerettet smile
LG
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Re: Ruderspiel

Beitrag von Florian Reitberger » Montag 18. September 2023, 19:32

Moin Wolfi,
kann bisher nur aus meinen Erfahrungen berichten.
Habe ein Steuerrad, aber das Prinzip sollte sonst dasselbe sein.

Bei mir habe ich Spiel im Ruder-GFK oben. Dort sitzt auch die große Mutter. Das sollte alles fest sein. Ich schätze da liegt häufig die Fehlerquelle.
Komme meinerseits sowieso um einen Ausbau nicht rum.

Mein Ruder hat 5-10cm Spiel und ich kam mit Vorläufern eines Sturms aus. Da stehst du wohl besser da. 😀
Ich würde sagen, es sollte dennoch mit großem Augenmerk baldmöglichst behandelt werden!

Meine Alte Dame geht mir vorher nicht vom Stapel. 😉

Grüße
Reitberger
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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Donnerstag 21. September 2023, 11:19

Ruderspiel scheint ja ein Thema zu sein, das jede Vindö irgendwann betrifft. Mit sanften Ruderbewegungen war noch ein schöner Tôrn machbar, aber das Spiel wurde etwas größer. Nach dem Kranen zeigt sich nun folgendes Bild: Durch den oberen Teil des Ruders läuft ein Rohr, zum Schraubenbrunnen mit einer gesicherten Mutter endet. Dieses Rohr sitzt nicht fest, sondern mit dem an der Pinne wahrgenommenen Spiel im Ruderblatt. Mats' Beschreibungen folgend vermute ich dass dieses Rohr irgendwie am Ruderskelett befestigt ist. In dem Rohr müsste dann über eine Welle mit Nut und Feder die Verbindung zur Pinne bestehen. Da ich sehe, wie sich das Rohr ein Stück weit frei im Korpus des Ruderblatts bewegen lässt, muss doch die Verbindung gebrochen sein. Das wäre dann wohl schlimmer, als der von Tom erwähnte Nut und Nutstein- Schaden oder der Fall einer nachzuziehenden Mutter. Ich sehe nicht, wie Blatt und Rohr kraftschlüssig verbunden sind. question
Habe das richtig interpretiert?

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Re: Ruderspiel

Beitrag von TomM » Freitag 22. September 2023, 03:32

Moin Wolfi,

das "Skelett" im Ruder sieht aus wie ein spiegelverkehrtes "C" das dann im Ruderblatt mit einem weiteren Skelett verbunden ist. Diese Aufnahme der Ruderwelle ist konisch, so wie die Ruderwelle auch. In beiden Teilen ist eine Nut in der der Nutstein sitzt.

Das Elend ist, wenn die Mutter sich löst oder nicht regelmäßig kontrolliert und nachgezogen wird, kommt der Nutstein leicht lose und schlägt die Nut im Ruder langsam aus. Im Ruder deshalb, weil das Skelett aus Bronze und die Welle aus Edelstahl ist. Manchmal hat man Glück und durch nachziehen drückt sich der Nutstein pass genug in die Nut und man kann damit leben.

Ich habe auch schon Spezialisten gesehen, die den Nutstein mit Epoxi (UHU Plus schnellfest) eingeklebt haben und das hielt. UHU Plus weil es Thixotrop eingestellt ist und nicht mehr aus der Klebestelle läuft. Ich hab das sogar mal an einer Schwungradzündung (wer so etwas noch kennt) gesehen und es hat die 5.000 U/min mit Lastwechseln ausgehalten.

Wenn Du gar keinen Kraftschluss mehr hast ist vielleicht gar kein Nutstein drinnen, auch so was hat es schon gegeben weil es ein Mensch einfach vergessen hat oder bei der Demontage gar nicht bemerkt hat wie das kleine Dingens rausfiel.

Ruderwelle ziehen geht nur zu zweit, denk daran, wenn Dir das Ruderblatt auf den Boden knallt wird der Schaden größer.

Uuund, wenn es dann fertig ist wirst Du bemerken, es ist kein Hexenwerk und im Grunde eine simple Sache.
so long -> Tom

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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Samstag 23. September 2023, 09:36

Vielen Dank Tom, das mit dem "C" ist ein wertvoller Hinweis. Ich hatte schon Sorge, das Blatt sezieren zu müssen.
Dieses Forum hat somit wieder einmal verhindert, das eine schöne Vindö kaputtrepariert wird biggrin
Ich werde berichten!

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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Samstag 23. September 2023, 19:50

Moin, für alle, die das noch nie demontiert haben, beschreibe ich mal, wie das jetzt aussieht: Nach dem Lösen der Mutter fiel mir ein 5cm langer Nutstein entgegen. Wieder eingesetzt, zeigte er beim Bewegen des Ruders etwas Spiel. Nun habe ich mir aus einer A4- Schraube einen neuen Stein gefeilt und dessen Maß auf 6 statt5,7 mm erhöht. Beim Einsetzen muss ich das Ruderblatt etwas wackeln, aber dann sitzt er - auch ohne Uhu plus smile - fest drin. Auf den ersten Blick scheint nun kein Spiel mehr zu sein. Das Anziehen der Mutter wird ja noch etwas Friktion bringen. Also alles halb so schlimm und exakt so, wie von Euch vorab beschrieben.
Ich hoffe mal, dass das so hält.
Vllt hilft jemandem noch das Bild, die Konstruktion zu verstehen.
Mit der Expertise dieses Forums bleibt kein Rätsel ungelöst!
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Re: Ruderspiel

Beitrag von OlliBaba » Freitag 6. Oktober 2023, 08:11

Wolfi hat geschrieben:
Samstag 23. September 2023, 19:50
Moin, für alle, die das noch nie demontiert haben, beschreibe ich mal, wie das jetzt aussieht: Nach dem Lösen der Mutter fiel mir ein 5cm langer Nutstein entgegen. Wieder eingesetzt, zeigte er beim Bewegen des Ruders etwas Spiel. Nun habe ich mir aus einer A4- Schraube einen neuen Stein gefeilt und dessen Maß auf 6 statt5,7 mm erhöht. Beim Einsetzen muss ich das Ruderblatt etwas wackeln, aber dann sitzt er - auch ohne Uhu plus smile - fest drin. Auf den ersten Blick scheint nun kein Spiel mehr zu sein. Das Anziehen der Mutter wird ja noch etwas Friktion bringen. Also alles halb so schlimm und exakt so, wie von Euch vorab beschrieben.
Ich hoffe mal, dass das so hält.
Vllt hilft jemandem noch das Bild, die Konstruktion zu verstehen.
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Hej Wolfi, danke für das Reinstellen des Bildes. Vermutlich gibt's bei unserem Ruderspiel dasselbe Problem, wenn es sich durch Anfertigung eines neuen Nutsteins beheben lässt, wäre das natürlich traumhaft! Auf jeden Fall weiss ich jetzt, wonach ich schauen muss, wenn unsere Nordwind (V32) Ende Oktober in Visby an Land kommt. Grüße, Olli

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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Sonntag 8. Oktober 2023, 09:45

Moin, ich habe mir jetzt statt des provisorischen Nutsteins aus einer Schraube einen weiteren gebaut, der noch etwas präziser und mit einer unbenutzten (wg Eisen) Feile angepasst wurde. Von der Werft erhielt ich den Hinweis, dass so ein Stein fest eingeschlagen wird, bis er, so wie hier auch schon dargestellt , absulut spielfrei sitzt. Wahrscheinlich reichen jetzt ein paar Hammerschläge- job done. Trotzdem werde ich jetzt einmal mit der von Tom beschriebenen Vorsicht die Ruderwelle ziehen. Das ist wenig Aufwand, und ich kann prüfen, ob das Spiel schon die Nuten beschädigt hat. Ggf kann ich den neuen Nutstein an kleinere Schäden anpassen. Das erscheint mir schlauer, als den neuen Stein reinzukloppen, der dann vllt nur an einer kleinen Auflagefläche festhängt und bald wieder Spiel hat. Ich werde berichten, erstmal nutze ich aber die Temperatur zum Kleben und Lackieren; auch bei mir ist das an die hintere Backskiste grenzende Furnier torfig geworden...
LG

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Re: Ruderspiel

Beitrag von Florian Reitberger » Sonntag 8. Oktober 2023, 19:10

Vielen Dank Wolfi auch von mir für das Foto!
😀

Dann weiß ich schonmal worauf ich beim Ausbau achten sollte. Wird denke ich das selbe Problem sein.

Grüße
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Re: Ruderspiel

Beitrag von Wolfi » Montag 23. Oktober 2023, 09:40

Moin, kleiner Nachtrag für alle Interessierten:
Das Spiel ist behoben, es hatte folgende Ursachen:
1.Bei einer früheren Reparatur eurde offensichtlich eine zu schmale Passfeder (Nutstein) eingesetzt.
2. Die Schraube am Ende der Ruderwelle war nicht hinreichend fest.
Ausbau des Ruders ergab, dass Nuten zum Glück noch intakt waren. Die selbst gefeilte brachte Besserung, aber es blieb noch immer etwas Spiel. (Blatt und Welle auf einem großen Tisch testweise montiert)
Die Rückfrage bei der Yachtwerft in Heiligenhafen ergab folgende Hinweise:
Passfeder kann man kaufen, hier ist eine:),
der Eigenbau ist nicht hinreichend lotgerecht.
Die Passfeder sollte in der Höhe etwas Spiel haben und an den Enden verjüngt werden, damit sie sich auch schräg eintreiben lässt.
Das Eintreiben erfolgt mit etwas Kraft, damit sie formschlüssig sitzt
Dann habe ich die Mutter fest angezogen und statt des Sicherungssplints ein VA-Sicherungsblech angefertigt, damit die Bohrung nicht das Anziehen limitiert.

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